Jan Deichmohle

Denker und Dichter

Schlagwort: Matriarchat

Die Geburt der Zivilisation

Die Geburt der Zivilisation

Die älteste überlieferte Dichtung ist eine Zusammenstellung alter Sagen: die Ilias von Homer. Sie handelt von einem Krieg, der wegen einer Frau und um Frauen geführt wird.

«Dort aus allen erkor ich der Kleinode viel und geehrte
Mir voraus und brachte ſie all’ Agamemnon zur Gabe,
Atreus Sohn: er ruhend indes bei den rüſtigen Schiffen,
Nahm die Schätz’ und verteilt ein weniges, vieles behielt er.
Dennoch gab er den Helden und Königen Ehrengeſchenke,
Die noch jeder verwahrt; nur mir von allen Achäern
Nahm er’s, und hat das reizende Weib, womit er der Wolluſt
Pflegen mag! Was bewog denn zum Kriegszug gegen die Troer
Argos Volk? Was führt er hierher die verſammelten Streiter,
Atreus Sohn? War’s nicht der lockigen Helena wegen?
Lieben allein denn jene die Fraun von den redenden Menſchen,
Atreus Söhn’? Ein jeglicher Mann, der edel und weis’ ist,
Liebt und pflegt die ſeine mit Zärtlichkeit, ſo wie ich jene
Auch von Herzen geliebt, obwohl mein Speer
ſie erbeutet.
Nun er mir aus den Händen den Siegeslohn raubte mit Argliſt,
Nie verſuch’ er hinfort mich Kundigen! Nimmer ich trau ihm!» (Homer, Ilias, Neunter Gesang, S. 127)

Die beiden Helden der Achäer streiten sich weder um Macht noch Geld, sondern um ein schönes Mädchen.

«Nein, um die blühende Stadt nun kämpfet er und um die Weiber.» (Homer, Ilias, Achzehnter Gesang, S. 275)

Geraubte Reichtümer werden nicht einmal erwähnt, so nachrangig sind sie gegenüber Frauen.

«Aber Patroklos befahl den Genoſſen umher und den Mägden,
Phönix ein wärmendes Bett zu beſchleunigen ohne Verweilen. …
Dort nun ruhte der Greis, die heilige Früh’ erwartend.
Aber Achilleus ſchlief im innern Gemach des Gezeltes,
Und ihm ruhte zur Seit’ ein roſenwangiges Mägdlein,
Das er in Lemnos gewann, des Phorbas Kind, Diomede.
Auch Patroklos legt’ ihm entgegen ſich, aber zur Seit’ ihm
Iſis, hold und geſchmückt, die der Peleio’ ihm geſchenket,
Als er Skyros bezwang, die erhabene Stadt des Enyeus.» (Homer, Ilias, Neunter Gesang, S. 134-135)

Zufällig sagte ein Stammesältester Neu Guineas ähnliches: Der Krieg sei erfunden worden, um die Herrschaft der Frauen über den Mann zu beenden. Erste Anzeichen für größere Schlachten wurden aus der Problemzeit vor gut 10.000 Jahren gefunden, als die Eiszeit zuende ging, die neue Zwischeneiszeit erlaubte, die bereits gefundenen Nutzpflanzen wie wilden Weizen in größerem Umfange anzubauen. In der Jäger- und Sammler- Kultur der Urzeit war das Jagen eine ziemlich konstant männliche Aufgabe, das Sammeln dagegen überwiegend weiblich. Es ist plausibel, daß Landwirtschaft anfangs von denen begonnen wurde, die traditionell schon immer Wurzeln, Früchte und Körner sammelten. Auch Landwirtschaft wird typischerweise mit weiblichen Gottheiten dargestellt.

«Mulios, kühn und gewandt, der ein Eidam war des Augeias,
Seiner älteſten Tochter vermählt, Agamede, der Blonden,
Die Heilkräuter verſtand, ſo viel rings nähret die Erde.
» (Homer, Ilias, Elfter Gesang, S. 167)

Viele der Hellenen waren damals noch blond; offenbar waren sie aus dem Norden Europas gekommen, nordkaukasischen Typs. Die Tochter versteht sich auf heilende Kräuter, genährt von der Erde. Darin wirkt die alte, steinzeitliche Rollenverteilung von Mann und Frau nach, als Frauen sammelten, womit die Erde nährt.

Als die Eiszeit zuende ging, wurde aus dem zuvor wenig bedeutenden Sammeln, das eher ein Zubrot war zur Hauptnahrung, die Jäger heimbrachten, die Ernährungsgrundlage. Ackerbau erlaubte, auf gleicher Fläche viel mehr Menschen zu ernähren, als es durch Jagd möglich wäre. Außerdem war Ackerbau sicherer als wechselndes Jagdglück. Bis auf seltene Mißernten gab es Nahrung, die sich bis zur nächsten Ernte gut lagern ließ, wogegen Fleisch und Fisch rasch vergammeln und verderben. Das bedeutet: Die Landwirtschaft gewann enorm an Bedeutung. Wer sie ausübte, konnte die Familie allein gut und besser ernähren als ein Jäger. Wirtschaftlich brauchten die Frauen sozusagen keine Männer mehr; die Bedeutung männlicher Jagd brach zusammen. es braucht uns nicht zu verwundern, wenn Feministinnen jene Übergangszeit begeistert als eine Zeit der Matriarchate feiern, die übrigens ziemlich grausam gewesen sind. Weltweit, auf allen Kontinenten, in allen Ethnien, brach das Geschlechterverhältnis von Müttern zu Vätern gleichzeitig auf ein schreckliches Mißverhältnis von 17 : 1 zusammen. Offenbar kann nur die starke klimatische Erwärmung erklären, weshalb dieses Ereignis überall simultan auftrat, auch auf isolierten Kontinenten, zu denen keine Verbindung bestand. Denn das Klima ist das einzige, was sich weltweit änderte. Jede menschliche Veränderung wäre örtlich gewesen, niemals aber simultan auf allen Kontinenten unabhängig, ohne Kommunikation, ohne Verbindung, in gleicher Weise zur gleichen Zeit geschehen.

Die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau war aber in den Grundzügen universal. Daher ist dies die logische Erklärung. Jene Matriarchate, die der Zusammenbruch männlicher Tauschgaben, der Bedeutungsverlust männlicher Jagd, dem damaligen Hauptberuf von Männern, hervorrief, waren grausam. Die Fortpflanzungschancen für Männer brachen zusammen; nur eine winzige Minderheit schaffte es, sich trotz der stark anschwellenden Diskriminierung durch sexuelle Selektion fortzupflanzen. Radikalfeministinnen, die ich in Büchern zitiert, schwärmten gar von einem Verjagen und Sterben der ‚überzähligen’ jungen Männer bis auf ganz wenige. Zeitgleich taucht eine Vielzahl steinzeitlicher Frauenfigurinen in jener Epoche auf.

Von daher sind Sagen wie die Ilias ebenso wie Aussprüche von Stammesältesten steinzeitlichen Stammes keineswegs absurd: Der Zusammenbruch eiszeitlicher Geschlechterrollen brachte ein krasses, matriarchalisches Ungleichgewicht der Geschlechter hervor, das mit dem Mißverhältnis von 17 : 1 Mütter zu Väter weltweit genetisch nachgewiesen ist, also mit dem besten, was wir haben: durch exakte Wissenschaft, die genau und unbestechlich in Zahlen quantifizieren kann. Dagegen sind Mythen Schall und Rauch; es sei denn, sie stimmen mit den nachweisbaren Zahlen überein. Die Welt war kraß aus dem Gleichgewicht durch diesen Altfeminismus am Ende der Steinzeit. Aus damaliger Zeit wurden erste Spuren größerer Schlachten gefunden, Gruppen in Kämpfen gestorbener Menschen in Gräberfeldern entdeckt.

Plausibel ist, daß die verdrängten Männer, also fast alle eines Jahrgangs, sich zusammenschlossen und kämpften. Dann wurde Krieg vielleicht, wie die Stammesältesten sagten, tatsächlich gegen die Herrschaft von Frauen in Schreckensmatriarchaten geführt, und auch die Ilias liegt nicht verkehrt. Männer errangen einen würdigen Platz in der Landwirtschaft, wurden Bauern – bis auf Adelige oder Krieger, Priester oder Wissende, was der alten Dreiteilung der Stände entspricht, die typisch war für indoeuropäische Kulturen bis ins Mittelalter.

Wie immer der Wandel geschah, so wurde allmählich mit viel Mühe, harter Arbeit und hohen Opfern eine besser ausgeglichene Kultur aufgebaut. Niemals gab es ein gerechtes Verhältnis von 1 : 1 zwischen Müttern und Vätern, denn das männliche Geschlecht dient biologisch als Filter für Gene. Immerhin aber verbesserte sich das Verhältnis in der europäischen Zivilisation, was gerade eine wichtige Ursache ihrer Blüte war.

Viel Mühe kostete es Männer dennoch, angesehen genug zu werden, um einer Gattin, zumal einer edlen Braut würdig zu sein. Noch heute beeindruckend Reichtümer werden aufgezählt, die der Bräutigam vorab schenkte, und weitere, die er versprach. Frisch vermählt zog er für die Seinigen in den Krieg und starb.

«Riß er ſie, ſchwang in den Nacken das Schwert und löſt’ ihm die Glieder.
Alſo ſank er daſelbſt und ſchlief den ehernen Schlummer,
Mitleidenswert, von der Gattin getrennt, für die Seinigen kämpfend,
Ihr, die jugendlich nicht ihm gelohnt die großen Geſchenke» (Homer, Ilias, Elfter Gesang, S. 155)

Wer die Natur mißverstand, die biologisch dominanten Frauen als ‚benachteiligt’ deutete, obwohl sie angeboren schon in unserer Wahrnehmung bevorzugt werden, hat schweres Unheil über die Menschheit gebracht, das Ungleichgewicht radikal verschlimmert. Denn gerade unsere Fehlwahrnehmung von Frauen als ‚leidend’ und ‚hilfsbedürftig’ ist eine evolutionäre Täuschung, die der Weitergabe der Gene an Kinder dient. Ebenso werden alle Männer, die kein hohes Ansehen haben, von Mitleid und Empathie ausgeschlossen, mit Spott und Häme bedacht, was ebenfalls auf einem evolutionären Schutzmechanismus beruht: Das männliche Geschlecht dient als Filter. Würden wir Mitleid haben mit einem männlichen Verlierer, wären wir fähig, uns in seine Lage einzufühlen, so würden wir sie ändern, ihm somit Liebe und Fortpflanzung gewähren – genau das würde das Filtersystem, auf dem Evolution beruht, zusammenbrechen lassen. Aus diesem Grunde geschieht es nicht.

Feminismus ist nun auf diese biologische und evolutionäre Schieflage hereingefallen, hat alles falsch verstanden, diese Schieflage danach aber rücksichtslos ausgenutzt, indem sie immer mehr Hilfen und Zuwendungen von Gesellschaft und Männern erpreßten für die sowieso schon bevorzugten Frauen, und die ohnehin immer und zu allen Zeiten durch Selektion diskriminierten Männer noch stärker zu diskriminieren. Auf diese Weise wurde zusätzlich zur biologischen Bevorzugung und Empathieverweigerung noch eine neue ideologische – feministische – Bevorzugung von Frauen und Empathieunfähigkeit gegenüber Männern hinzugefügt.

Wir nähern uns einer Katastrophe wie beim Zusammenbruch der eiszeitlichen Geschlechterrollen. Denn Rollen sind genauso wie Sprache eine menschliche Universalie, ohne die Menschen verstümmelt wären. Sie werden beide unbewußt in frühester Kindheit aus der Umgebung aufgeschnappt. Wer ohne Ergänzung der Geschlechter aufwächst, ist genauso innerlich verkrüppelt wie jemand, der ohne Sprache aufwächst und sich nicht ausdrücken kann.

Feministen haben hanebüchenen Mißbrauch mit der menschlich universalen Rollenergänzung betrieben. Sie hat nichts mit ‚Macht’ zu tun, schon gar nicht mit ‚Benachteiligung’ der Frau; im Gegenteil, Frauen wurden auch dabei bevorzugt behandelt, erhielten den Ertrag schwererer Mühen von Männer. Ursprünglich entstanden die Rollen aus weiblichem Bedarf, vor allem dem von Müttern und Schwangeren. Aus der Tatsache, das Aufgaben bei Menschen unter natürlichen Bedingungen verschieden waren, folgt keine ‚Benachteiligung’ des biologisch dominanten weiblichen Geschlechts. Es war also keine ‚Befreiung’, dagegen zu kämpfen, die Rollen zu zerbrechen. Stattdessen hat es die wichtigsten Ausgleichsmechanismen und Bezüge menschlichen Lebens zerstört. Aufbauend auf den Erfahrungen abendländischer Geschichte müssen wir eine neue, bessere Kultur begründen, die ein wirkliches 1 : 1 von Vätern zu Müttern ermöglicht.

Demnächst: Amneus und das väterliche Sorgerecht. Dies ist eine weitere heiße Fährte, um die zerbrochene abendländische Kultur wieder aufzubauen. Hinderlich sind weniger die Feministinnen, die nur irrationalen, hysterischen Unfug erzählen, aber bis heute keine gescheiten Argumente haben. Hinderlich sind vielmehr Generationen manipulierter Männer, die im Feminismus aufgewachsen diesen aufgesogen haben, unabhängig von ihrer weltanschaulichen Orientierung, von links bis rechts; ihre Ahnungslosigkeit ist ungeheuer; was sie sich zusammenreimen bleibt eine Ansammlung radikalfeministischer Irrtümer, die zum allgemeinen Bekenntnis gemacht wurden.

Unterdrückung der Männer – Untersuchung einer These Germaine Greers

Fe­mi­ni­sti­sche Ma­tri­ar­chats­hy­po­the­sen und Fol­gen

Noch ein­mal müs­sen wir auf ei­ne Hy­po­the­se Ger­maine Greers zu­rück­kom­men; au­ßer­dem be­spre­chen wir das bis­lang un­ge­lö­ste Rät­sel ei­ner Pro­blem­zeit vor 8000 Jah­ren und fü­gen dem Puzz­le wei­te­re Ein­zel­hei­ten hin­zu.

«Über­schüs­si­ge Män­ner an den Rand drän­gen …
Männer sind dazu da, in großen Men­gen weg­zu­ster­ben in der Na­tur. Sie ha­ben sich in die­ser Wei­se ent­wickelt, und bei Säu­ge­tie­ren gibt es ver­schie­de­ne We­ge si­cher­zu­stel­len, daß Män­ner weg­sterb­en… Je­den­falls, wie Ger­mai­ne Greer in ʻSex & Schick­sal: Die Po­li­tik der mensch­li­chen Frucht­bar­keitʼ, spe­ku­liert, be­scher­te das En­de der Eis­zeit, war­mes, nah­rungs­rei­ches Kli­ma, ei­ne mas­si­ve Be­völ­ke­rungs­ex­plo­si­on. Über­schüs­si­ge Män­ner wur­den ein ech­tes Pro­blem. Greer spe­ku­lier­te, daß We­ge und Mit­tel er­fun­den wer­den muß­ten, mit über­schüs­si­gen Män­nern um­zu­ge­hen, das al­te ‚Wirf sie in der Pu­ber­tät hin­aus, da­mit sie sich ver­pis­sen und ster­ben’ Trick schien nicht län­ger zu funk­ti­o­nie­ren… von Mit­teln frau­en-do­mi­nan­ter Ge­sell­schaf­ten, zu ver­su­chen, mit männ­li­chem Über­schuß fer­tig­zu­wer­den, Op­fe­run­gen von Män­nern, Spie­len u.s.w., der ‚Ge­win­nerʼ er­hält Zu­gang zum ge­sell­schaft­li­chen so­zi­a­len Le­ben und zur Ver­meh­rung u.s.w. … Wie auch im­mer, mei­ne Schluß­fol­ge­rung in die­sem al­ten Uni­ver­si­täts­auf­satz war, daß die Mensch­heit nicht mit *Men­schen* über­be­völ­kert ist, son­dern wir ei­ne *männ­li­che* Über­be­völ­ke­rung ha­ben.»1 (Rain, 15.9.­2008, Wo­men’s Li­ves Mat­ter & Wo­men’s Li­fe Mat­ters, ein ge­hei­mes fe­mi­ni­sti­sches Fo­rum, ge­hackt und of­fen­ge­legt von Agent Oran­ge, zi­tiert nach „NEIN!”, Band 1 von „Die Wahl­macht der Frau„)

«Die Pein­lich­keit die­ses fa­schi­sti­schen Ar­gu­ments wird noch ver­grö­ßert durch das Er­geb­nis ge­ne­ti­scher Ana­ly­sen: vor gut 8000 Jah­ren, al­so am En­de der Eis­zeit, zur von Ger­maine Greer ge­nann­ten Zeit, konn­te sich nur ein Mann je 17 Frau­en fort­pflan­zen! Nur ei­ner! Die Ur­sa­chen des ka­ta­stro­pha­len Miß­ver­hält­nis­ses sind bis heu­te un­ge­klärt. Die Öf­fent­lich­keit be­greift gar nicht, was fe­mi­ni­sti­sche Wel­len tat­säch­lich ver­brei­ten.» („NEIN!”, Band 1 von „Die Wahl­macht der Frau”)

Nun ha­ben Fe­mi­ni­stin­nen be­reits ei­ne Viel­zahl My­then in die Welt ge­setzt, die sich bis­lang re­gel­mä­ßig als Hirn­ge­spinst ent­pupp­ten, von der Wis­sen­schaft wi­der­legt wur­den. Die ein­zi­ge blei­ben­de Be­deu­tung sol­cher fal­scher fe­mi­ni­sti­scher Hy­po­the­sen wird sein, das Aus­maß von Haß und Ver­ir­rung zu be­le­gen, die sich in ih­nen aus­drücken.

Es wird nicht be­haup­tet, Ger­maine Greers Hy­po­the­se sei zu­tref­fend. Die­se ist je­doch eher wert als an­de­re, auf sich er­ge­ben­de Fol­ge­run­gen ge­prüft zu wer­den, weil exak­te Wis­sen­schaft, die ge­ne­ti­sche Ana­ly­se ist, fest­ge­stellt hat, daß ge­nau die von Ger­maine Greer ge­nann­te Pe­ri­o­de nach dem En­de der Eis­zeit vor 8000 Jah­ren tat­säch­lich ei­ne Ka­ta­stro­phen­zeit für den männ­li­chen Teil der Be­völ­ke­rung ge­we­sen ist.

Dar­über hin­aus hat die ge­ne­tis­che Ana­ly­se nach­ge­wie­sen, daß wie von evo­lu­ti­o­nä­rer und bi­o­lo­gi­scher Wis­sen­schaft all­ge­mein po­stu­liert, tat­säch­lich Frau­en im­mer im Zen­trum von Fa­mi­lie und Fort­pflan­zung stan­den, wo­ge­gen Män­ner müh­sam und meist ver­geb­lich dar­um kämp­fen muß­ten. 80 Pro­zent al­ler Män­ner konn­ten sich über 60.000 Jah­re nicht fort­pflan­zen; ih­re Ge­ne star­ben aus. Die be­weist als Tat­sa­che der mensch­li­chen Früh­zeit, was evo­lu­ti­o­nä­re Bio­lo­gie für Mensch und Tier aus dem Be­ste­hen se­xu­el­ler Se­lek­ti­on und Dis­kri­mi­nie­rung durch weib­li­che Art­an­ge­hö­ri­ge und den Me­cha­nis­men ge­fol­gert hat: Männ­li­che Art­ge­nos­sen wer­den ge­ne­ti­sches Fil­ter be­nutzt, über die Ge­ne aus­sor­tiert oder ver­brei­tet wer­den. Daß Dis­kri­mi­nie­rung von Män­nern, nicht aber Frauen, und durch Frau­en, nicht aber durch Män­ner, tat­säch­lich ei­ne prä­gen­de Kraft der Mensch­heits­ge­schich­te war, es sich nicht um ei­ne blo­ße aka­de­mi­sche The­o­rie han­delt, son­dern die mensch­li­che Ge­sell­schaft prä­gen­de Tat­sa­chen, hat die ge­ne­ti­sche Stu­die zwei­fels­frei nach­ge­wie­sen. Sie gilt für al­le Eth­ni­en und Welt­ge­gen­den glei­cher­ma­ßen.

Der My­thos vom „Pa­tri­ar­chat” ist da­mit nicht nur wi­der­legt, son­dern es ist ei­ne fol­gen­rei­che und mas­si­ve Un­ter­drückung der Män­ner durch ei­ne bi­o­lo­gi­sche weib­li­che Do­mi­nanz über die ge­sam­te Früh­ge­schich­te der Mensch­heit nach­ge­wie­sen. Wer al­so in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten sich hät­ten be­kla­gen und for­dern dür­fen, ihr seit Ur­zei­ten un­ge­rech­tes und un­ter­drück­tes Los zu än­dern, wa­ren nicht Frau­en, son­dern Män­ner. Die abend­län­di­sche Zi­vi­li­sa­ti­on hat ei­nen ge­wal­ti­gen Feh­ler be­gan­gen, in­dem sie um­ge­kehrt ver­fuhr, und zwar nach­weis­lich nicht erst seit der er­sten fe­mi­ni­sti­schen Wel­le, son­dern min­destens meh­re­re Jahr­hun­der­te län­ger, in de­nen Män­ner­haß und Frauen­ver­herr­li­chung so­wie die Falsch­dar­stel­lung der Frau als „un­ter­drückt” und des Man­nes als „ty­ran­nisch” von füh­ren­den In­tel­lek­tu­el­len ver­brei­te­tet und zum ka­no­ni­schen Welt­bild der Ge­sell­schaft wur­den.

Die Fun­da­men­te abend­län­di­schen Den­kens wa­ren in die­ser Fra­ge falsch und sind es heu­te noch hoch­gra­di­ger als je zu­vor.

Nach­dem dies ge­klärt ist, kön­nen wir die Pro­blem­zeit be­spre­chen, die Ger­mai­ne Greer zu ih­ren haß­er­füll­ten Spe­ku­la­ti­o­nen und Träu­men von der ri­tu­el­len Op­fe­rung von Män­nern in gro­ßem Stil be­flü­gel­te, um die männ­li­che Be­völ­ke­rung in ih­rer An­zahl mas­siv zu re­du­zie­ren. Es ist dies die „aka­de­mi­sche” Va­ri­an­te des fe­mi­ni­sti­schen An­dro­zid­traums vom Män­ner­mas­sen­mord, de­ren „li­te­ra­ri­sche” das bis heu­te ge­fei­er­te und weit ver­brei­te­te SCUM-Ma­ni­fest Va­le­rie So­la­nas ist.

Die ge­ne­ti­schen Stu­di­en ha­ben er­wie­sen, daß es vor 8000 Jah­ren tat­säch­lich ein ka­ta­stro­pha­les Miß­ver­hält­nis gab zwi­schen der Fort­pflan­zungs­ra­te von Frau­en und Män­nern. Es be­trug 17 : 1; je sieb­zehn Frau­en ver­moch­te sich nur ein ein­zi­ger Mann fort­zu­pflan­zen – und das welt­weit, in al­len Welt­tei­len und Eth­ni­en!

Das ge­naue zeit­li­che Zu­sam­men­tref­fen mit Ger­maine Greers Hy­po­the­se ist of­fen­kun­dig, was frei­lich kei­ner­lei Be­weis für Rich­tig­keit ist. Im Ge­gen­teil ist das, was sie be­schreibt, un­wahr­schein­lich. Den Haß und die un­ter­schwel­li­ge Agen­da des Fe­mi­nis­mus be­legt ih­re Hy­po­the­se da­ge­gen sehr deut­lich.

Zu die­ser Fra­ge hat­te ich ei­ne Er­klä­rung an­ge­bo­ten, die beim Stan­de der Wis­sen­schaft nur ei­ne Spe­ku­la­ti­on ist, von der ich mei­ner­seits nicht be­haup­te, sie trä­fe zu. Sie ist je­doch, wenn die fe­mi­ni­sti­sche Hy­po­the­se zu­min­de­stens in­so­fern rich­tig wä­re, daß ein nach­eis­zeit­li­ches Ma­tri­ar­chat Aus­lö­ser des ka­ta­stro­pha­len Miß­ver­hält­nis­ses war, stim­mi­ger als die fe­mi­ni­sti­sche Deu­tung.

Noch­mals: Ich be­haup­te nicht, es ha­be sich so ab­ge­spielt. Je­de Hy­po­the­se, die von Fe­mi­ni­stin­nen stammt, zweif­le ich nach den Er­fah­run­gen mit frü­he­ren fe­mi­ni­sti­schen Hy­po­the­sen zu­nächst ein­mal an, die auch der mensch­li­chen Na­tur zu­wi­der­lau­fen. Falls je­doch et­was an ih­rer Hy­po­the­se dran sein soll­te, ist mei­ne Deu­tung lo­gi­scher und bes­ser im Ein­klang mit den Fak­ten als ih­re.

In al­len Kul­tu­ren al­ler Zei­ten gab es welt­weit ei­ne ge­schlecht­li­che Ar­beits­tei­lung, die Ur­sprung jeg­li­cher mensch­li­chen Ar­beits­tei­lung, so­wie der Ent­wick­lung von Fa­mi­lie und Ge­sell­schaft war. Die mei­ste Zeit – sie­ben Mil­li­o­nen Jah­re – leb­ten Men­schen und frü­he­re Ho­mi­ni­den als Jä­ger und Samm­ler. Die weib­li­che Tä­tig­keit um­faß­te ne­ben dem Auf­zie­hen von Kin­dern im we­sent­li­chen das Sam­meln, von Bee­ren, Wur­zeln und Feld­früch­ten, so wohl auch den Vor­läu­fern un­se­res Ge­trei­des. Männ­li­che Auf­ga­be da­ge­gen war im we­sent­li­chen das Ja­gen, wo­durch sich ein Ga­ben­tausch zwi­schen den Ge­schlech­tern er­gab.

Als nun die Eis­zeit en­de­te, nah­m die Frucht­bar­keit des Bo­dens im wär­me­ren Kli­ma mas­siv zu. Be­reits in der Eis­zeit be­kann­te Früh­for­men des spä­te­ren Ge­trei­des er­brach­ten enorm wach­sen­den Er­trag, und ähn­lich ört­li­che Feld­früch­te rund um die Welt, nicht nur in der eis­zeit­li­chen Tun­dra, wo zu­vor au­ßer Wild­pflan­zen wie Grä­sern kaum et­was wuchs. Dies wä­re eine mög­li­che Er­klä­rung für welt­weit, in den un­ter­schied­lich­sten Kul­turen, gleich­zei­tig statt­fin­den­de Ver­schie­bun­gen.

Da die Tä­tig­keit des Sam­melns und Ern­tens, und der Land­wirt­schaft, als im we­sent­li­chen da­mals weib­lich an­ge­nom­men wer­den kann, nahm die Do­mi­nanz des bi­o­lo­gisch oh­ne­hin do­mi­nie­ren­den weib­li­chen Ge­schlechts enorm zu; da­mals tra­di­ti­o­nel­le männ­li­che Ge­gen­kräf­te und Ge­gen­mäch­te ver­moch­ten kei­nen Aus­gleich zu schaf­fen. Ih­re Jagd nahm wei­ter an Be­deu­tung ab; als Men­schen seß­haft wur­den, wur­de Jagd zur Ne­ben­sa­che. Män­ner könn­ten ih­ren Ein­fluß in der Ge­sell­schaft ver­lo­ren ha­ben, als Frau­en sich im war­men Kli­ma al­lein er­näh­ren konn­ten, die al­te Rol­le der Män­ner zu sehr an Be­deu­tung ver­lor, be­vor sie sich ei­nen wür­di­gen Platz in der neu­en Ge­sell­schaft, und in der Land­wirt­schaft er­kämpf­ten. In der Über­gangs­zeit wa­ren sie so kraß be­nach­tei­ligt, daß nur ein Sieb­zehn­tel der Män­ner, oder noch we­ni­ger, sich fort­pflan­zen konn­ten.

So­weit ei­ne ver­nünf­ti­ge­re Er­klä­rung als die fe­mi­ni­sti­sche, bei der ich von Tat­sa­chen statt ide­o­lo­gi­schen My­then aus­ge­he, un­ter der Vor­aus­set­zung, daß es über­haupt ei­ne Art „Ma­tri­ar­chat” ge­ge­ben ha­be, wie es Fe­mi­ni­stin­nen be­haup­ten. War ih­re Be­haup­tung falsch, gibt es nichts zu tun und zie­he ich die Er­klä­rung zu­rück.

Wis­sen­schaft­ler der fe­mi­ni­stisch ge­präg­ten Epo­che ha­ben, wie wohl fast al­le Zeit­ge­nos­sen, „po­li­tisch kor­rek­te” Hem­mun­gen, was ih­nen ei­nen Tun­nel­blick ver­leiht. Statt die­se Fra­gen wie von mir vor­ge­schla­gen zu über­prü­fen, ver­su­chen sie den kurz­fri­sti­gen ka­ta­stro­pha­len Zu­sam­men­bruch männ­li­cher Fort­pflan­zungs­chan­cen von nied­ri­gem Ni­veau aus durch ei­ne Macht­eli­te zu deu­ten.

Ein an­schei­nend männ­li­cher Fe­mi­nist – Iden­ti­tä­ten sind im In­ter­net schwer nach­prüf­bar – hat mei­nen Ar­ti­kel bei AVfM (A Voice for Men) kom­men­tiert, in­dem er (?) un­ter­stell­te, ei­ne klei­ne männ­li­che Min­der­heit ha­be die brei­te männ­li­che Mehr­heit un­ter­drückt. Das ent­sprach ge­nau die­ser The­o­rie ei­ner Macht­eli­te.

Die­se The­o­rie ist je­doch un­halt­bar. Zu je­ner Zeit wa­ren Män­ner tra­di­ti­o­nell Jä­ger. Nicht ei­ni­ge Män­ner, son­dern al­le. So­gar Häupt­lin­ge und Scha­ma­nen wa­ren dies nicht „haupt­be­ruf­lich”, son­dern eben­falls Jä­ger. Al­le tru­gen die glei­chen Waf­fen und wa­ren ähn­lich ge­schickt im Um­gang mit ih­nen, weil ihr Le­ben vom Jagd­er­folg ab­hing.

Es ist tech­nisch un­mög­lich für ein­zel­ne Män­ner in klei­nen, noch recht ega­li­tä­ren Ge­sell­schaf­ten, Tag und Nacht ei­ne brei­te Mehr­heit gleich be­waff­ne­ter Män­ner zu über­wa­chen, un­ter­drücken, und von al­len Frau­en fern­zu­hal­ten. Die mit den glei­chen Waf­fen aus­ge­stat­te­te brei­te Mehr­heit ist der klei­nen Min­der­heit in je­dem Kampf über­le­gen. Es gab we­der Po­li­zei noch Mi­li­tär, kei­ne Staa­ten, und da­mit kei­ne In­sti­tu­ti­o­nen, mit de­nen ei­ne brei­te Mehr­heit hät­te un­ter­drückt wer­den kön­nen.

Die klei­ne Min­der­heit ei­ner sol­chen fik­ti­ven Eli­te hät­te auch ein­mal schla­fen müs­sen, wä­re spä­te­stens im Schlaf von der Mehr­heit über­wäl­tigt wor­den. Es gab kei­ne Schlös­ser an den Tü­ren, wenn es denn über­haupt Tü­ren gab. Eben­so­we­nig gab es Fe­stun­gen. Stein­zeit­li­che Häu­ser wa­ren locker ge­baut, zur Ver­tei­di­gung ge­gen ei­ne Mehr­heit in­ner­halb des ei­ge­nen Dor­fes un­taug­lich, hat­ten viel­leicht nicht ein­mal sta­bi­le Wän­de. Un­ver­hei­ra­te­te Män­ner wohn­ten viel­fach zu­sam­men in ei­nem Män­ner­haus und hät­ten sich sehr leicht zu­sam­men­rot­ten kön­nen.

Das Ent­ste­hen sta­bi­ler Ord­nun­gen, so­zi­a­ler Dif­fe­ren­zie­run­gen, schließ­lich Staa­ten be­nö­tig­te Jahr­tau­sen­de. Erst vor 5000 Jah­ren tauch­ten un­ge­fähr gleich­zei­tig als er­ste Zi­vi­li­sa­ti­o­nen und Staa­ten­bil­dun­gen die von Su­mer, Arat­ta und In­dus­kul­tur auf. Zu je­ner Zeit gab es erst­mals Staa­ten und die Vor­aus­set­zun­gen für stär­ke­re so­zi­a­le Dif­fe­ren­zie­rung, die meist se­gens­reich sind, aber für ei­ne spe­ku­la­ti­ve Un­ter­drückung the­o­re­tisch miß­braucht wer­den könn­ten. Doch zu je­ner Zeit war die ge­ne­tisch da­tier­te Ka­ta­stro­phen­zeit be­reits Jahr­tau­sen­de ver­gan­gen.

Die Hy­po­the­se, ei­ne männ­li­che Eli­te tra­ge die Schuld an der Un­ter­drückung ei­ner brei­ten männ­li­chen Mehr­heit, ist da­mit un­halt­bar. Die Dif­fe­ren­zie­rung der Be­ru­fe, die nur we­ni­ge Men­schen be­waff­net sein läßt, be­gann erst Jahr­tau­sen­de spä­ter. Da­mit dürf­te die Eli­ten­hy­po­the­se in der Ka­ta­stro­phen­zeit tech­nisch un­mög­lich ge­we­sen sein.

Ein­zi­ge Kraft, die ei­ne sol­che Wir­kung er­zie­len kann, ist se­xu­el­le Se­lek­ti­on, die seit hun­der­ten von Mil­li­o­nen Jah­ren nach­ge­wie­se­ne Tat­sa­che des Le­bens ist, Ar­ten und Ver­hal­ten von Tie­ren wie Men­schen prägt.

Nun gibt es ei­ni­ge in­ter­es­san­te In­di­zi­en, die zwar we­nig Be­weis­kraft ha­ben mö­gen und spe­ku­la­tiv sind, aber das Bild ab­run­den. In ei­nem eth­no­lo­gi­schen Be­richt wur­den Stam­mes­äl­te­ste oder Häupt­lin­ge be­fragt, die fol­gen­des be­haup­te­ten: „Der Krieg wur­de er­fun­den, um die Un­ter­drückung der Män­ner durch Frau­en zu be­en­den.” Die Be­fra­ger fan­den das un­an­ge­nehm, weil es po­li­tisch in­kor­rekt und ta­bu für uns ist, so zu den­ken. Da­bei soll­te uns das auf­hor­chen las­sen: Men­schen der Stein­zeit hat­ten of­fen­bar zu­wei­len ein Ge­spür da­für, daß ei­ne Un­ter­drückung der Män­ner durch Frau­en ei­ne Ge­fahr dar­stellt, nicht aber um­ge­kehrt – wo­für ne­ben der Se­lek­ti­on auch evo­lu­ti­o­när an­ge­leg­te Frau­en­be­vor­zu­gung sorgt. Ei­ne ra­di­kal­fe­mi­ni­sti­sche Sze­ne be­ju­belte Vor­fäl­le in Neu Gui­nea, wo in ei­nem Stamm Frauen al­le männ­li­chen Kinder nach der Ge­burt über mehr als ein Jahr­zehnt ge­tö­tet hat­ten2, was wohl mit dem Er­lö­schen des Stam­mes en­den wird, der sich bald nicht mehr ver­tei­di­gen kann.

Of­fen­bar war es nicht ganz so un­sin­nig, wie un­se­re Be­richt­er­stat­ter mein­ten, was die Dorf­häupt­lin­ge sag­ten. Stein­zeit­men­schen oh­ne sta­bi­le Staa­ten hat­ten et­was di­rek­ter mit der mensch­li­chen Na­tur zu kämp­fen und wa­ren da­her in man­chen Din­gen we­ni­ger un­wis­send als wir, die dar­auf ver­trau­en, der Staat wer­de al­les schon rich­ten. Stein­zeit­men­schen wuß­ten, war­um sie auf die Ein­hal­tung von Ta­bus und den männ­li­chen ze­re­mo­ni­el­len Rech­ten ach­te­ten. Was der Ver­lust sol­cher männ­li­chen Rech­te be­deu­tet, zei­gen die Ur­ein­woh­ner Au­stra­li­ens, bei de­nen die Män­ner des­halb zu ei­nem Schat­ten ih­rer selbst ab­stürz­ten, wie im Blog und in Band 5 „Die Un­ter­drückung der Män­ner” be­reits aus ei­nem of­fi­zi­el­len Do­ku­ment zi­tiert wur­de, das of­fen­bar von Fe­mi­ni­stin­nen mit­ge­tra­gen oder gut­ge­hei­ßen wur­de. Die Frau­en wur­den von un­se­rer Zi­vi­li­sa­ti­on auf­ge­nom­men; die Män­ner der Ab­ori­gi­nes krach­ten ab. Wir ha­ben Rech­te und Ri­ten leicht­fer­tig „Aber­glau­ben” ge­nannt; da­bei wis­sen wir oft noch we­ni­ger, was wir tun und an­rich­ten, wenn wir al­te Kul­tu­ren zer­stö­ren und als „Aber­glau­ben” hin­stel­len.

Nun gibt es in jüng­ster Zeit ar­chä­o­lo­gi­sche Fun­de von Ge­met­zeln oder Krie­gen erst­mals seit – ihr dürft ra­ten – rich­tig, der Pro­blem­zeit. Krie­ge mit stein­zeit­li­cher Waf­fen­tech­nik tau­gen frei­lich eben­falls nicht, so vie­le nur männ­li­che To­des­op­fer zur for­dern, daß ein dra­sti­sches Miß­ver­hält­nis von höch­stens ei­nem un­ter 17 Män­nern, die sich fortpflanzen kön­nen, zu erklä­ren. Da­bei ge­hen wir da­von aus, daß sich al­le Frau­en fort­pflan­zen, sonst stün­de es noch schlim­mer um Män­ner. Wä­ren die Män­ner ei­nes un­ter­le­ge­nen Stam­mes aus­ge­löscht wor­den, bei nicht all­zu ho­hen Ver­lu­sten der Sie­ger, hät­ten wir ein re­sul­tie­ren­des Ver­hält­nis von 1 : 2 zwischen Män­nern und Frau­en, was noch deut­lich bes­ser wä­re als das seit Ur­zei­ten nach­ge­wie­se­ne von 1 : 4. Wie mehr­fach be­merkt, paßt die­ses Ver­hält­nis von 1 : 4 da­ge­gen ge­nau zu dem, was Fe­mi­ni­stin­nen selbst über die Wahl von Frau­en aus­sa­gen, so daß diese als al­lei­ni­ge Ur­sa­che an­zu­neh­men ist.

Da­mit könn­ten al­le Be­tei­lig­ten ein klein we­nig recht ha­ben, wenn wir das Puzz­le spe­ku­la­ti­ver Ein­zel­hei­ten zu­sam­men­le­gen:

Es gab eine zu­neh­men­de weib­li­che Un­ter­drückung von Män­nern durch se­xu­el­le Se­lek­ti­on, Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­schluß von Män­nern, als das Kli­ma wär­mer wur­de, die da­mals weib­li­che Ga­be (Land­wirt­schaft) im Tausch­sy­stem ein zu ho­hes Ge­wicht er­hielt ge­gen­über der da­mals männ­li­chen Ga­be (Jagd). Die un­ter­drück­te brei­te Mehr­heit von Män­nern – min­de­stens 17 Ver­lie­rer auf ei­nen Ge­win­ner weib­li­cher Wahl – fand das be­greif­li­cher Wei­se nicht lu­stig und zog in Krie­ge. („Wenn uns die ei­ge­nen Frau­en nicht wol­len, ho­len wir uns die an­de­rer Stäm­me.”) Es gab blu­ti­ge Schlach­ten zwi­schen Stäm­men, die je­ne Gru­ben mit an Kriegs­ver­let­zun­gen ge­stor­be­nen Op­fern her­vor­brach­ten (über­wie­gend Män­ner), die Ar­chä­o­lo­gen heu­te fin­den.

Auch wenn es Krie­ge zwi­schen Stäm­men wa­ren, gin­gen als Fol­ge die Fe­mi­na­te un­ter, die ge­schwächt, mit nur ei­nem Sieb­zehn­tel ver­tei­di­gungs­be­rei­ter (weil fort­pflan­zungs­be­rech­tig­ter) Män­ner, weg­ge­fegt wur­den. So­mit hät­ten die Häupt­lin­ge der Stein­zeit nicht ganz un­recht, viel­leicht Re­ste ei­ner Er­fah­rung von vor 8000 Jah­ren in ih­rer Über­lie­fe­rung schwam­mig und my­thisch, aber im Kern rich­tig, be­wahrt.

Die un­ru­hi­gen Zei­ten wa­ren je­doch schnell vor­bei, weil sich die neue Zi­vi­li­sa­ti­on durch­setz­te: Mo­no­ga­mie gab je­dem Mann die Mög­lich­keit, ei­ne Frau ab­zu­be­kom­men. Po­ly­ga­mie ist lo­gi­scher­wei­se des­we­gen „vie­hisch”, weil sie ei­ne gro­ße An­zahl Män­ner aus­schließt und un­ter­drückt, nicht des­we­gen, wie es ein ver­brei­te­tes Vor­ur­teil will, weil „Frau­en un­ter­drückt” wür­den, die im üb­ri­gen ex­trem do­mi­nant durch Fort­pflan­zung und Se­lek­ti­on der ge­wähl­ten Män­ner sind, wenn Zi­vi­li­sa­ti­on oder Kul­tur das nicht aus­glei­chend ein­schrän­ken. Sol­ches Vor­ur­teil zeigt ein­mal mehr, wie schief un­se­re Wahr­neh­mung (teil­wei­se an­ge­bo­ren) ist, uns Din­ge ge­nau ver­kehrt­her­um und wi­der die Tat­sa­chen deu­ten läßt.

Die em­pör­te Vor­stel­lung, Po­ly­ga­mie sei „vie­hi­sche Frau­en­un­ter­drückung” ist jahr­hun­de­rte­alt und we­sent­lich äl­ter als uns­re fe­mi­ni­sti­schen Wel­len. Doch wer lo­gisch den­ken kann, soll­te im­stan­de sein, sich vom Ge­gen­teil zu über­zeu­gen. Po­ly­ga­mie ist so­gar lo­gi­sche Kon­se­quenz ra­di­kal­fe­mi­ni­sti­scher Män­ner­mord­phan­ta­si­en my­thi­scher Ma­tri­ar­cha­te. Fal­scher kann das Vor­ur­teil gar nicht sein: ge­nau­es Ge­gen­teil der Wahr­heit. Ähn­lich ver­hält es sich mit so ziem­lich al­lem, was das Abend­land über Ge­schlech­ter denkt – al­les ist so grot­ten­falsch, daß die Wahr­heit auf Ge­ne­ra­ti­o­nen kaum er­kannt wer­den wird. Ei­nen Teil der durch lo­gi­sches Den­ken er­lang­ten Ein­sich­ten kann ich gar nicht der Nach­welt über­lie­fern, weil die Ge­fahr be­stün­de, daß sie nur zur Ver­teu­fe­lung be­nutzt, aber nicht ver­stan­den wür­den.

Die Rol­len­ver­tei­lung zwi­schen Män­nern und Frau­en wur­de bei der nach­eis­zeit­li­chen Ent­ste­hung von Zi­vi­li­sa­ti­on neu ge­re­gelt: Män­ner er­hiel­ten ei­nen wich­ti­gen Platz in der Land­wirt­schaft, und über­nah­men Rol­len in den neu von ih­nen ge­grün­de­ten Staa­ten und der eben­so neu­en Zi­vi­li­sa­ti­on, was die zer­stö­re­ri­sche Über­macht der weib­li­chen Rol­len wäh­rend der Ka­ta­stro­phen­zeit auf­hob. Trotz ver­blei­ben­den zu­sätz­li­chen männ­li­chen To­des­fäl­len durch ge­fähr­li­che Ar­bei­ten, Krie­ge und der­glei­chen gab es erst­mals ein bes­se­res Gleich­ge­wicht als nicht nur in der Ka­ta­stro­phen­zeit (1: 17), son­dern auch in der Ur­zeit (1:4). Man war da­bei, sich dem Ide­al von 1:1 we­nig­stens et­was zu nä­hern – bis die an­ge­bo­re­ne bi­o­lo­gi­sche Frau­en­be­vor­zu­gung zu­schlug und die Zi­vi­li­sa­ti­on schon lan­ge vor der er­sten Wel­le in ei­ne Spi­ra­le sich selbst be­schleu­ni­gen­den Un­gleich­ge­wichts trieb, in­dem je­de neue Frau­en­be­vor­zu­gung die männ­li­che Sei­te wei­ter schwäch­te und un­fä­hi­ger zum Ge­gen­steu­ern mach­te, zu­gleich über den An­se­hens­ver­lust der Män­ner ei­ne Ver­schär­fung der schie­fen Wahr­neh­mung aus­lö­ste, die an­ge­bo­ren um­so schlim­mer wird, je nied­ri­ger An­se­hen und Rang der Män­ner ist. Ide­o­lo­gisch ver­fehl­te Prin­zi­pi­en ver­stärk­ten die­se To­des­spi­ra­le der Zi­vi­li­sa­ti­on. Je grö­ßer weib­li­che Be­vor­zu­gung und Un­ter­drückung der Män­ner, um­so fa­na­ti­scher falsch ist be­reits un­se­re Wahr­neh­mung, die be­vor­zug­te Frau­en als „un­ter­drückt” und un­ter­drück­te Män­ner als „be­vor­zugt” fehl­deu­tet.

Die tat­säch­li­chen Ur­sa­chen der ka­ta­stro­pha­len La­ge von Män­nern in der Pro­blem­zeit sind bis­lang un­ge­klärt. Auch wenn der oben un­ter­such­te My­thos nicht zu­tref­fen soll­te, ver­bleibt in je­dem Fal­le die Er­kennt­nis, daß es zu al­len Zei­ten Män­ner wa­ren, die un­ter­drückt wur­den, nicht aber Frau­en. In­dem ich ei­nen fe­mi­ni­sti­schen My­thos lo­gisch ana­ly­sie­re und die Fol­gen auf­zei­ge, die sich aus ihm er­ge­ben, wer­de ich we­der zum Ur­he­ber noch Ver­fech­ter des My­thos. Die Fra­ge, ob er zu­trifft oder nicht, las­se ich of­fen, er­läu­te­re le­dig­lich, was sich an lo­gi­schen Fol­gen er­gä­be, wenn die An­nah­me rich­tig sein soll­te.

Fußnoten

1 «Tan­gen­ti­a­li­sing Ex­cess Ma­les …

Ma­les are meant to die off in lar­geish num­bers in na­tu­re. They are evol­ved that way, and in mam­mals, there are va­ri­ous ways of en­su­ring males die off… Any­way, as Ger­maine Greer spe­cu­la­ted in ʻSex & Destiny: Po­li­tics of Hu­man Fer­ti­li­tyʼ, the end of the Ice-Ages, warm food-rich cli­ma­tes, meant a mas­si­ve po­pu­la­ti­on ex­plo­si­on. Ex­cess ma­les be­ca­me a real pro­blem. Greer spe­cu­la­ted that ways and means had to be in­ven­ted to deal with the ex­cess ma­les, the Old ʻthrow them out at pu­ber­ty to Fuck Off and Dieʼ trick, didn’t seem to work any­more… of ways for wo­men-do­mi­nant com­mu­ni­ties trying to deal with ex­cess males, male sa­cri­fi­ces, Games etc, the ʻwinnerʼ got to be in­clu­ded in the com­mu­nal so­ci­al life and breeding pools etc… Any­way, my final point in that old uni paper, was that humans aren’t over-po­pu­la­ted with *people*, its *male* over­po­pu­la­tion.» (Rain, 15.9.2008, Women’s Lives Matter & Women’s Life Matters, doku­men­tiert in: Fe­mi­nis­mus: Gro­ßer Irr­tum – schwe­re Fol­gen)

2 siehe „Kultur und Geschlecht”, Anhang über feministischen Haß

Grundirrtümer westlicher Zivilisation und feministische Grundlagen der „Männerforschung”

Grundirrtümer westlicher Zivilisation und feministische Grundlagen der „Männerforschung”

Einleitung: Entstehung der Irrtümer

Betrachten wir den Problemkreis: Männerfeindlichkeit, Auflösung von Kultur, falsche Annahmen und Begriffsbildungen in Geschlechterfragen.

Ermöglicht werden die Probleme durch angeboren schiefe Wahrnehmung von Geschlechter­ver­hält­nissen: die Frau erscheint schützenswert, auch wenn sie ungerechtes und schädliches fordert; Frau­en erscheinen schwach und hilfsbedürftig, auch wenn sie klar und folgenreich dominieren. Män­ner werden nega­ti­ver gesehen, umso stärker, je niedriger ihr „Rang” oder Ansehen ist, was auch „Gegner” und Fremde besonders trifft.

Anfänge solcher Probleme scheinen bereits bei der Christianisierung in der Antike zu entstehen.

Wie versuchen sich neue Religionen, Epochen oder Ideologien durchzusetzen? Nachdenken legt ein grundlegendes, sich in westlicher Zivilisation oft wiederholendes Muster nahe.

Wer sich in der alten, bisherigen Kultur, religiösen oder philosophischen Sicht wohlfühlt, hat wenig Grund, sich von einer neuen Religion oder Ideologie angezogen zu fühlen, besonders wenn diese – wie z.B. Frühchristen – antike Traditionen, Strukturen und Pflichten ablehnt und verweigert. Wie andere Kulturkreise und Epochen allgemein, kannte auch die Antike Geschlechter betreffende Strukturen, die uns unbekannt und daher weitgehend unverständlich sind, weil sie bereits von der Christianisierung weggefegt und verleumdet wurden.

Wer von bisheriger Kultur, der Ergänzung der Geschlechter, Männlichkeit und Weiblichkeit getragen war, hatte wenig Grund, von einer radikal wirkenden Strömung angetan zu sein, deren Jün­ger z.B: Eltern, Familien, Frauen und Kindern wegliefen, um ihr Heil in der neuen Glau­bens­ge­mein­schaft zu finden. Dies bedeutet offensichtlich, daß viele der Menschen verbindenden Struk­tu­ren im jeweiligen Umbruch untergingen, ob dieser Umbruch nun Bekehrung zu einer neuen Re­li­gi­on, Ideologie, oder dem geistigen System einer neuen Epoche war. Daher ähneln sich die Abläufe bei Christianisierung, in der frühen Neuzeit, der Sattelzeit von Aufklärung, industrieller Revolution und Nationalstaat, dem Kolonialismus, und schließlich dem Feminismus. Sogar islamkritische Bewe­gungen funktionieren nach ähnlichem Muster: Beim Gegner wird übelste „Frauen­unter­drückung” gewittert, wogegen Männer jener „gegnerischen” Gruppen als düster, gefährlich oder tyran­nisch hingestellt werden.

Um neue Anhänger zu finden, wird die alte Kultur verteufelt. „Seht nur, wie grausam und tyrannisch die Heiden sind!” Man schreibt ihnen Ungerechtigkeit zu, wobei sich die Zuschreibung angeblicher Frauenunterdrückung anbietet, weil es angeboren schiefer Wahrnehmung entspricht. Das ist ein wirksames Propagan­da­mit­tel, mit dem Menschen der alten Kultur abspenstig gemacht werden können, und zugleich die eigenen Anhänger aufgewertet werden. „Seht, wie viel besser ihr doch seid als die Barbaren!” Damit wird Unzufriedenheit bei den eigenen Anhängern vorgebeugt, indem ihnen weisgemacht wird, die Gegner seien ja viel schlimmer als alles Leid, das Anhänger einer radikalen, unerfahrenen Strömung zu erwarten haben. Entfall bisheriger Traditionen, Kultur mit ihrer Gegenseitigkeit der Menschen und Geschlechter schafft innere Leere, die mit grellen Feindbildern übertönt werden kann. Auch innere Streitigkeiten lassen sich durch gemeinsame Feindbilder wie das des angeblich tyrannischen Mannes verstecken.

Die Verleumdung des Gegners soll nicht nur neue Anhänger abwerben, sondern auch die eigene, instabile Gesellschaft stärken. Bei Männern werden starke Kavaliersinstinkte angesprochen und ausgenutzt, bei Frauen Betroffenheitsgefühle. Sie empören sich über das vermeintlich „schlimme Schicksal” ihrer Schwestern, ob bei den „Heiden” der Christianisierung, oder den „fremden Völ­kern” und „Wilden” der frühen Neuzeit und des Kolonialismus, in „früheren Epochen” der Sattel­zeit, oder, noch radikaler, „Männer generell” und ein vermeintlich (natürlich nicht in Wahrheit, sondern in ideologischer Zuschreibung) seit jeher auf unerfindliche Weise im geheimen regierenden „Patriarchat”.

Das Empfinden vermeintlichen Unrechts ist ein Propagandaerfolg einer revolutionären Gruppe im Kampf gegen die bisherige Kultur. Die Mär unterdrückter Frauen wurde wohl schon im Kampf der Frühchristen gegen antike Kultur vorbereitet. Andere Weltanschauungen, Philosophien oder Ideologien konnten diese Methode übernehmen und „weiterentwickeln”. Auch Männerhaß entsteht aus so gestrickter Propaganda, die Männer der Heiden, später der „Wilden”, sodann fremder „unzi­vi­li­sier­ter” Völker und früherer Epochen als grausam und tyrannisch diffamiert.

Kucklicks Buch zitiert krasse Beispiele solcher Zuschreibungen an fremde Völker schon in früher Neuzeit. Solche Einstellungen dürften tragendes Element des Kolonialismus gewesen sein.

Zusammen mit sich selbst zugeschriebener Überlegenheit wurde so bereits damals gerechtfertigt, die Welt zu unterwerfen und zu „zivilisieren” oder „verbessern”, oder zu „befreien”. Feminismus ist die letzte Übersteigerung dieser Fehlentwicklung, die mit religiöser Überlegenheitspropaganda begann, sich zum Kolonialismus steigerte, und im Feminismus gipfelte.

Doch diese neue Stufe hat es in sich. Vorher war Verteufelung von Männern und Kulturen konkurrierender Religionen, Kulturen, Zivilisationen und Epochen nur ein übles, gefährliches und folgenreiches Mittel der Verleumdung zu einem anderen Zweck. Eigentlicher Gegner waren nicht Männer, sondern andere Religionen, Kulturen oder Epochen, die mit Tiefschlägen schwarzer Propaganda diffamiert wurden. Aufgrund einer evolutionsbiologisch nachgewiesenen schiefen Wahrnehmung, die uns Frauen positiver und als schützenswerter wahrnehmen läßt, wie immer die Verhältnisse tatsächlich sind, Männer aber negativer, und zwar besonders negativ die von niedrigem „Rang” und Ansehen – also etwa Männer fremder und bekämpfter Religion, Zivilisation oder Epoche -, trifft es bei solchen Verleumdungen Männer, nicht Frauen.

Feminismus hat nun aus einer üblen Diffamierungsmasche für andere Zwecke ein Prinzip und eine Ideologie gemacht. Denn nun wurden nicht „fremde Männer”, sondern Männer als solche, als Geschlecht verleumdet, nicht eine fremde Kultur diffamiert, sondern Kultur überhaupt, weltweit, jede Kultur, jede Art, aus der Differenz der Geschlechter eine Gegenseitigkeit zu formen, die menschliche Wärme gibt.

So wie Antisemitismus zwar alt ist, jedoch bei den Nationalsozialisten eine neue, bislang unbekannte Qualität erhielt, so ist auch die Diffamierung von Männern und Kultur durch den Feminismus zwar nicht erfunden, aber auf eine neue Stufe gehoben worden.

Traditionelle Strukturen, wie sie Ethnologie beschreibt, unterscheiden sich von denen, die Religionen überliefern. Ethnologische Strukturen sind vielfältig und flexibel, natürlich gewachsen und durch Gewohnheit überliefert, nicht aber angeordnet, wogegen religiöse Strukturen außer auf überlieferten Gewohnheiten durchaus auch auf Geboten und Verboten fußen. Solche Vorschriften schränken vielfältige Kultur ein, stärken aber den noch verbleibenden Kulturbestand.

Grundirrtümer der Zivilisation und des Feminismus
Feministisch geprägte Männerforschung

Christoph Kucklicks Buch „Das unmoralische Geschlecht” weist nach, wie seit der „Sattelzeit” um 1800 männerfeindliche Sichten massiv verbreitet, grundlegender Konsens und Kanon werden. Andere Benennungen jener Umbruchszeit wären Epoche von Aufklärung, der Ablösung des Ancien Régimes durch den Nationalstaat, des Naturrechts durch bewußte Planung der Welt, der industriellen und französischen Revolution.

«Der wilde Mann zeigt sich bei Iselin stets von seiner schlechtesten Seite. Er ist falsch, unbeständig, leichtgläubig, verwegen, feige, träge, zumindest, wenn er nicht gerade Krieg führt. Er ist „unfühlbar” gegen alles Schöne, hat einen „Geist der Zerstörung” und einen Hang zum Trinken und zum Aberglauben. (Iselin 1768, 244, 260, 204) … Sie tritt gleichsam als Gegenpol zum sinnlich-tyrannischen Mann auf, als Lichtgestalt im dunklen Reich der Triebe. Denn Frauen haben „Vorzüge”:

Indessen ist es auch richtig, daß bey allen Völkern die Weibspersonen eher zu vernünftigen Beschäftigungen reif werden, als die Männer… Sie beobachtet so gar die Beschaffenheiten und die Verhältnisse der Dinge viel leichter und viel begieriger; ihr Gedächtniß behält dieselben viel besser auf; sie vergleichen dieselben viel geschwinder, und sie ziehen mit einer weit größeren Fertigkeit allgemeine Begriffe aus ihren Wahrnehmungen.” (Iselin 1768: 259)

Hinter dieser Vorstellung steckten konventionelle psychologische Annahmen der Zeit. Iselin berief sich explizit auf Autoritäten wie Sulzer, Mendelssohn und Baumgarten.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 44 – 45)

Seine Quellen zeigen mehr als sein Buch: Nicht nur männerfeindliche Sichten treten auf, sondern falsche Annahmen, die Kucklicks Buch und die von ihm zitierte „Männerforschung” teilen.

Dazu gehören falsche Annahmen über die Geschlechterverhältnisse, die falsche Behauptung, Männer seien das biologisch dominante Geschlecht, verkehrte Anwendung von Prinzipien wie „Gleichheit” auf ungleiche Geschlechter, bei denen weibliche Dominanz biologisch vorgegeben, männliches Gegengewicht aber hart erarbeitet und wesentlich labiler ist, und falsche Deutung von Differenz als durch (dazu männliche) Macht entstanden. Das Buch Kultur und Geschlecht wies nach, daß tatsächlich weibliche sexuelle Selektion Geschlechtsunterschiede und kulturelle Differenz entstehen ließen, Frauen nicht nur durch diese Selektion das dominante Geschlecht sind, und Differenz weder Macht noch Benachteiligung ausdrückt, sondern unverzichtbarer Baustein menschlicher Kultur ist, so wie Unterscheidung von Lauten notwendiger Baustein der Sprache ist.

Der Buchzyklus Die beiden Geschlechter widerlegt diese grundlegenden Irrtümer erst der westlichen Zivilisation, sodann in radikal überspitzter Form der feministischen Ideologie.

Die Quellen zeigen auch in anderer Hinsicht mehr: All dies wird schon in der frühen Neuzeit nachgewiesen, vor der von ihm genannten „Sattelzeit”.

«Im hypothetischen Naturzustand bei Hobbes herrscht weitgehende Geschlechtergleichheit (Hansen 1993, Bürgin 1998, Jamieson 1996), gerade sie diente ihm als Grundlage für seine Kritik am Patriarchat. .. Hobbes erwähnte ausdrücklich die Möglichkeit, daß „der Vater der Mutter unterthan” sein könne… Auch John Locke konzipierte seine beiden Abhandlungen über die Regierung explizit gegen das [von ihm bereits unterstellte] traditionelle Patriarchat und postulierte die Gleichheit der Geschlechter im Naturzustand.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 46, [meine Anmerkung])

Grundlegende Irrtümer und falsche Annahmen, die den Erkenntnissen moderner Wissenschaft wie z.B. Ethnologie widersprechen, finden sich damit bereits bei Thomas Hobbes (1588 – 1679) und John Locke (1632 – 1705). Beide setzen fälschlich eine Geschlechtergleichheit im „Naturzustand” an, aufgrund ihrer eigenen Weltanschauung, in Unkenntnis heutiger wissenschaftlicher Tatsachen. Beide unterstellen eine fiktive männliche Macht, ein fiktives Patriarchat, und sehen dies in einer negativen Weise.

Die Zuschreibung zum Mann im Urzustand ist bereits sehr negativ gefärbt. Dieser Irrtum und daraus entstandene geistige Kurzschluß, der natürliche Geschlechterergänzung und Differenz übersieht oder wegdeutet, den Mann im Naturzustand als schlecht darstellt, könnte möglicherweise Vorläufer im frühchristlichen Denken haben, wobei der „schlechte wilde Mann” zum „sündigen Heiden” würde, Zuschreibungen wie „Grausamkeit” beiden gemein wären. Ebenso gemeinsam hätten beiden Epochen und Sichten, fremde Ethnien (oder die Heiden) in einer verzerrten Weise zu sehen, in der nur krasse, einseitige Zerrbilder gegeben werden über angeblich grausame männliche Despoten bei Stämmen in aller Welt (oder heidnischen Männern), und ebenso angeblich grausam unterdrückte Frauen. „Das unmoralische Geschlecht” zitiert solche kraß diffamierenden Zuschrei­bun­gen aus früher Neuzeit wie aus der Sattelzeit.

Tatsache ist, daß Frauen überall bevorzugt werden (Martin van Creveld, Das bevorzugte Geschlecht) und Frauen das dominante Geschlecht sind („Kultur und Geschlecht”, Band 1 von „Die beiden Geschlechter”).

Die Tendenz bereits frühneuzeitlicher Philosophen vor der Wendezeit Ende des 18. Jahrhunderts wird von Christoph Kucklick nur teilweise erkannt, da er selbst eingebettet ist in feministischer Tradition, als deren Teil er sein Buch beschreibt:

«Damit versteht sich der Text als eine kulturwissenschaftliche Gender Studie im besten Sinne des Wortes: als Teil einer „Verunsicherungswissenschaft”, die versucht, vermeintlich Selbstverständliches seiner Selbstverständlichkeit zu berauben. Sie ist nur denkbar auf der Grundlage von mehreren Jahrzehnten der Frauen- und Genderforschung und betrach­tet sich selbst als eine Fortführung dieser Tradition.

Im Zuge der Gender Studies sind alle Aspekte des Geschlechtlichen restlos denatu­ra­lisiert. .. Dies ist unhintergehbar.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 33)

Wissenschaft außerhalb jener auf absichtlich „weiblicher” „Subjektivität” (beides nach eigenem Bekunden, eigenen Prinzipien, keineswegs eine „Zuschreibung” anderer) gegründeten Tendenz, die ebenfalls nach eigenen theoretischen Grundlagen parteiisch ist (siehe Band 2, Ideologiekritik), gibt es gar nicht mehr. Objektive Wissenschaft ist ausgestorben. Somit besteht auch hier ein Notstand. Alle auf feministischer Ideologiegrundlage entstandenen Fächer müssen abgewickelt und durch richtige Wissenschaft ersetzt werden. Alle IdeologInnen, die nie Wissenschaftler waren, sind aus der Wissenschaft zu entlassen. Der Konstruktionsfehler westlicher Zivilisation, der sich u.a. in Vorläu­fern feministischer männerfeindlicher Sichten, diffamierender Wahrnehmung besonders fremder Kul­tur äußerte, ist zu beheben.

Sogar scheinbare „Feminismuskritik” ist ausdrücklich fest gegründet auf Jahrzehnten femini­stischer Ideologiewissenschaft, gründet damit auf falschen Annahmen und einem ideologischen Weltbild, bei dem bereits die Begriffe tendenziös, falsch, annähernd das Gegenteil der Wahrheit sind.

Fortführung” feministischer Prinzipien als „Tradition”! Unglaublich, daß eine radikale Ideologie von „seriöser” Wissenschaft nicht nur akzeptiert, sondern als „Grundlage” und „Tradition” ge­nom­men wird. Dieser ideologische Spuk muß in der Wissenschaft vollständig abgeräumt werden.

Unhintergehbar” – das ist der Tonfall radikaler Kulturrevolution, die es nicht zulassen will, daß ihre – falschen – Prinzipien „hintergangen” werden. Umgekehrt: die falschen Prinzipien müssen rückstandslos entfernt werden. Ideologie hat in Wissenschaft nichts zu suchen. Der Tendenzbetrieb der letzten Jahrzehnte gehört ebenso in den Mülleimer der Geschichte wie der Rassenwahn der Nazizeit.

Der verhängnisvolle feministische Irrtum, Geschlechterdifferenz als Macht zu mißdeuten, ist auch für die neuen „Männerstudien” grundlegend, die damit Teil des Feminismus sind, aber keine Gegenbewegung:

«Vor allem die Men’s Studies, die sich in den neunziger Jahren im Anschluß an Feminismus und Gender Studies etablierten … „sind auf eine machttheoretische Analyse der Position des Mannes im Geschlechteverhältnis gerichtet. Über diese Fokussierung sind sich alle Vertreter einer ‚kritischen’ Männerforschung einig.” (Meuser 1998: 93) Sie gehen davon aus, daß im Verhältnis der Geschlechter grundsätzlich Männlichkeit die Position der Privilegierung und Kontrolle markiert. Die Differenz der Geschlechter wird gesellschaftlich als Dominanz des Männlichen reproduziert, und es geht darum, zu zeigen, wie Differenz sich in und durch Dominanz herstellt. (Meuser 1998: 117, vgl. Carver 2014: 2)» (Kucklick, S. 21)

Die sich ‚kritisch’ nennen, übernehmen unkritisch feministische Irrtümer, gehören zur ideolo­gi­schen Korona. Band 1 hat anhand echter Wissenschaft – u.a. der Ethnologie gezeigt, daß Differenz eben keine Dominanz bedeutet, sondern eine wichtige universale Funktion hat, außerdem, daß Dominanz bei der Entstehung, sofern vorhanden, bei der Frau lag. Zu allen Zeiten war und ist die Frau privilegiert und biologisch dominant. Obige Zitate zeigen deutlich, wie auch die Männerforschung, die unter der herrschenden feministischen Ideologie einen schweren Stand hat, selbst fest in einer feministischen Tradition und Sichtweise begründet ist, und daher nicht in der Lage, aus diesem Irrtum herauszuführen. Obendrein werden uralte Irrtümer der westlichen Zivilisation fortgeschrieben, die teils seit der Christianisierung, teils seit der frühen Neuzeit, weiter verschärft dann in der Zeit der Aufklärung, ein männerfeindliches Bild ebenso begründeten wie folgenreiche Irrtümer: falsche Annahmen über die Urzeit, verkehrte Einschätzung der Dominanz­ver­hältnisse zwischen den Geschlechtern, falsche Deutung von Differenz, sowie verfehlte Anwen­dung des Prinzips „Gleichheit” auf ungleiche Geschlechter, bei denen biologische Dominanz der Frau vorgegeben und nicht abschaffbar ist, daher den Zustand vermeintlicher „Gleichheit” prägt, die faktisch extremes Ungleichgewicht bedeutet.

In Band 1 wurde gezeigt, daß Frauen dominant sind, nicht Männer, daß Differenz keine Macht spiegelt und ebenso wenig Benachteiligung, sondern eine ähnlich grundlegend Bedeutung hat wie die Unterscheidung von Lauten in der Sprache, auf die unsere Sprachfähigkeit gründet. Kultur und Geschlecht soll eine Neugründung wirklicher Wissenschaft sein, in der Tradition objektiver For­schung, wie sie vor der feministischen Wellen mehr oder weniger bestand. Heutige Männer­for­schung dagegen ist offenbar oft stark feministisch belastet: Sie bezieht Männer in diese Ideologie ein, statt die Ideologie abzulehnen und eine neue Gründung auf richtigen Voraussetzungen und ideologiefreien Fragestellungen, Begriffen und Sichten zu erarbeiten. Jedenfalls gilt das für die „etablierte” Männerforschung, die in obigem Zitat aus Kucklicks Buch genannt wird.

Feministische Wellen haben einen alten Konstruktionsfehler der Zivilisation, einen „kolonialen” Irrtum militant radikalisiert, zur Gründung einer totalitären Ideologiediktatur benutzt.

Der Versuch einer Neugründung ohne die in diesem Artikel besprochenen Grundfehler einer Zivilisation und einer Ideologie ging bislang leider weitgehend unbeachtet unter.

Die Buchreihe (Die beiden Geschlechter) erscheint mehr als eine Generation zu spät, um eine bessere nichtfeministische Alternative in der echten Tradition wirklicher Wissenschaft zu begrün­den, und damit ideologiefreie Geschlechter- und Kulturstudien.

(Dieser Artikel wird aufgenommen in: „Ideologiekritik am Feminismus. Krieg gegen Mann, Natur und Kultur“, Band 2 von „Die beiden Geschlechter“)

Feministische Unterdrückungshypothesen und Frühgeschichte versus Fakten und Wissenschaft

Die Skala der Graphik (folgt unten) mit der Anzahl Individuen, die sich fortpflanzen konnten, ist für beide Geschlechter verschieden geeicht. Auch außerhalb des Einbruchs war laut DNA-Analyse die Anzahl von Frauen, denen es gelang, sich fortzupflanzen, mehrmals so hoch wie die von Männern, die sich fortpflanzen konnten. Das ist eine krasse Benachteiligung des Mannes, die etwas mit weiblicher biologischer Dominanz zu tun hat, siehe Band 1 „Kultur und Geschlecht”.

Wie andere Mehrbelastung des Mannes, durch spezifische Pflichten wie Unterhalt für Familie, Kinder, oder gar Geschiedene, Wehrpflicht, härtere Behandlung in Alltag, Gesetzgebung, Justiz, und so weiter, nimmt auch die Belastung durch von niedrigem Niveau aus weiter sinkende Fortpflanzungschancen zu, wenn die soziale Waagschale der Geschlechter (ohnehin zu allen Zeiten zugunsten bevorzugter Frauen geneigt) gestört wird und noch weiter aus einem Gleichgewicht in Richtung Frauenbevorzugung und Belastung von Männern kippt, als ohnehin bereits in allen Kulturen und Zeiten.

… Feministische Wellen haben, in kollektiver Verblendung, alles zerschlagen, mithilfe dessen ein Gleichgewicht über Jahrmillionen mehr oder weniger bestanden hat; niemals neigte sich aufgrund der biologischen Tatsachen [weibliche Dominanz, siehe Band 1: „Kultur und Geschlecht”] die Waagschale zuungunsten der Frauen, wohl aber kann sie, ebenfalls aufgrund der biologischen Tatsachen, zulasten der Männer kippen, wie es vielleicht vor 8000 Jahren bereits einmal geschah, als nach neuen genetischen Erkenntnissen nur auf 17 Frauen, die sich fortpflanzten, ein einziger Mann kam, der sich fortpflanzen konnte.

«vor rund 8000 Jahren gab es eine Phase, in der auf jeden Mann, der erfolgreich Nachkommen in die Welt setzte, unglaubliche 17 Frauen kamen, die Kinder hatten.» (https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2015/03/29/fortpflanzungsverhaltnis-117/#comment-1436)

Menschen als „bevorzugt” oder gar „mächtig” zu bezeichnen, die sich in so breiter Mehrheit nicht einmal fortpflanzen können, wäre unsinnig. Auch starke soziale Unterschiede rufen ein solches Mißverhältnis nicht hervor. Arme aller Welt pflanzten sich in historisch belegten Epochen fort, oftmals sogar zahlenmäßig erfolgreicher als Reiche. Heute ist die Geburtenrate Reicher und Gebildeter unter dem Durchschnitt; schon das Proletariat des antiken Roms stand im Ruf, arm zu sein, aber viele Kinder zu haben.

Feministischer Geschichtsdeutung zufolge gab es in der Frühgeschichte eine „finstere Machtergreifung” eines Geschlechts und damit die „Unterdrückung” des anderen, vor feministisch gefühlten fünftausend bis fünfzehntausend Jahren.

Logischerweise gibt es zwei Möglichkeiten.

Erstens: Die Behauptung erweist sich als haltloses Hirngespinst feministischer Phantasie, wie schon so oft. Fall erledigt.

Zweitens. Sollte es Indizien für eine solche Vermutung geben, dann untersuchen wir, wer wen unterdrückt hätte.

In der Zeit vor 5000 bis 10.000 Jahren v. Chr. wurde die über Jahrmillionen belegte Lebensweise der Menschen und Hominiden als umherziehende Jäger und Sammler verdrängt durch zunehmende Seßhaftigkeit und die neolithische landwirtschaftliche Revolution.

Ein krasses Ungleichgewicht von 1 Mann auf 17 Frauen bei der Fortpflanzung erinnert an heutige radikalfeministische Utopien, die Pläne einiger Feministinnen, und zeigt, welche Seite wirklich gefährdet ist, der Unterstützung und Stärkung bedarf – der Mann. Seine Stärke gibt Sicherheit und Gleichgewicht, der ganzen Gemeinschaft ebenso wie ihm selbst und der Gruppe der Männer. Schwäche von Männern ist für alle, ihn selbst und die Gemeinschaft gefährlich. Eine Gesellschaft schwacher Männer ist innerlich aus dem Lot und Gefahren von außen leichter preisgegeben.

Das Gleichgewicht der Geschlechter ist genau umgekehrt gefährdet oder ausgeschlagen wie feministische Wellen behaupten, und zwar nicht nur heute, sondern auch in großen Zeiträumen.

Woran der kurzzeitige Zusammenbruch männlicher Fortpflanzungschancen vor 8000 Jahren gelegen hat, ist ungeklärt, aber ein Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Revolution wäre möglich; vielleicht haben schon einmal Frauen kollektiv versucht, das Gleichgewicht auf für die ganze Art gefährliche Weise zu kippen, so wie es seit 150 Jahren feministische Wellen tun.

Zu Beginn der landwirtschaftlichen Revolution verlor die damals traditionelle Tätigkeit der Männer – die Jagd – offenbar stark an Bedeutung für die Ernährung, die auf Getreideprodukte wie Brot umgestellt wurde. Damit entfiel die bisherige Tauschgabe der Männer – das Fleisch gejagter Tiere – weitgehend oder verlor ihre einstige Bedeutung. Es erscheint plausibel, daß dies Wirren im kulturellen Tauschsystem der Geschlechter ergeben, oder dieses fast zusammengebrochen sein könnte, bevor Männer ihre neue Rolle und ihre neue Tauschgabe in der Landwirtschaft fanden. Kurzfristig könnte es beim Übergang eine ähnliche strukturelle „Überflüssigkeit” der Männergruppe gegeben haben, wie sie heute feministische Ideologie erzwungen hat.

Daher könnte es in gewissem Grade ähnliche Probleme gegeben haben wie jetzt während der technischen Revolution, und Frauen, deren Aufgaben und Tauschgaben seit Urzeiten gesammelte und geerntete Pflanzen umfaßten, was durch die damalige landwirtschaftliche Revolution enorm an Bedeutung gewann, für eine kurze Zeit so viel Dominanz gegeben haben, daß sie in ähnlicher Weise wie feministische Wellen der Moderne das ganze soziale System aus dem Gleichgewicht und an den Rand des Kollaps kippten, die Männer sozusagen hinauskegelten, was deren geringe Fortpflanzungschancen erklären würde.

Wohlgemerkt: Solche Gefahr geht nicht von Männern aus, die das Gleichgewicht erst ermöglichen und stärken, weil Frauen das biologisch dominante Geschlecht sind. Feminismus hat alles genau verkehrt herum gedeutet – mit fatalen Folgen.

vor 8000 Jahren

Sollten andere, derzeit unbekannte Faktoren Ursache der katastrophal schlechten Fortpflanzungschancen von Männern vor 8000 Jahren gewesen sein, so bleibt als Tatsache:

 Ob nun der Grund stattdessen eine äußere Katastrophe war, etwa eine Naturkatastrophe, oder was sonst losgewesen sein mag, gilt deutlich: Die Opfer waren fast ausschließlich Männer, und Frauen waren enorm bevorzugt.

In jedem Falle ist das Gegenteil feministischer Unterstellungen und Annahmen wahr. Krasse Nachteile für Männer gab es von Frühzeit bis heute, ebenso krasse Bevorzugung von Frauen.

 

Dies war – bei geringfügiger Kürzung und Bearbeitung als Artikel – ein Auszug aus „Ideologiekritik am Feminismus. Krieg gegen Mann, Natur und Kultur”, Band 2 der Reihe „Die beiden Geschlechter” von Jan Deichmohle. Band 1 „Kultur und Geschlecht. Feminismus: Großer Irrtum – schwere Folgen” ist Dez. 2014 im nexx Verlag erschienen. Band 3 „Die Genderung der Welt. Wie Feminismus weltweit Kulturen zerstört” ist derzeit auf Amazon erhältlich, ebenso eine Leseprobe von Band 2.

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